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Der Zweite Weltkrieg verhinderte eine weitere Exporttätigkeit, auch die Herstellung von Paramenten mußte weitgehend eingestellt werden. Um die Arbeiterinnen weiter beschäftigen zu können, wurden Aufträge der Wehrmacht angenommen, zum Beispiel Fliegerhandschuhe und Fallschirme.
Wilhelm Tauwel wurde zur Wehrmacht eingezogen und starb als Marineangehöriger 1940 in einer Kaserne in Kiel. An seiner Stelle übernahm seine Frau Luzie Tauwel die Geschäftsführung, da mittlerweile auch Clemens und ein leitender Angestellter der Firma, Ernst Nolden, eingezogen worden waren. Frau Luzie Tauwel gelang es, die Firma durch die Kriegswirren zu steuern und die Arbeiterinnen davor zu bewahren, in den letzten Tagen des Krieges noch dienstverpflichtet zu werden.
Nach Kriegsende wurde das Vorderhaus am Kapellenplatz von den Alliierten beschlagnahmt und mit ehemaligen Kriegsgefangenen belegt. In der Werkstatt im Hinterhaus wurde weitergearbeitet. Es wurden zunächst Krawatten hergestellt.
1948, als auch die Herren Jansen und Nolden aus dem Krieg zurückgekehrt waren, konnte der normale Geschäftsbetrieb langsam wieder aufgenommen werden.
Die folgenden Jahre des Aufbaus waren für die Firma sehr erfolgreiche Jahre. In den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre veränderte Frau Luzie Tauwel tiefgreifend den Paramentenmarkt, indem sie namhafte Künstler, Kirchen- und Glasmaler, mit dem Entwerfen von Paramenten beauftragte. Bedeutende Namen aus dieser Zeit sind: Prof. Anton Wendling, Prof. Ewald Mataré, Prof. Ludwig Baur, Hans Mennekes, Ludwig Schaffrath, Josef Schiffer-Tibus, Franz Pauli, Hildegard Bienen und andere. Die Herstellung von Paramenten wurde um handgewebte Kaseln und Stolen erweitert. Hierfür wurden Handwebstühle angeschafft und Handwebemeisterinnen eingestellt.
Zu einem großen Einbruch in der Geschäftsentwicklung kam es 1965 durch Ausscheiden des Mitinhabers, der die Hälfte des Firmenkapitals und den von ihm betreuten Kundenstamm mitnahm, aber auch durch Umsatzrückgang infolge der Veränderungen in der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Nun trat Heinrich Tauwel mit Unterstützung seiner Mutter in die Firma ein, die in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt wurde. Es gelang teilweise, den zurückgegangenen Umsatz im Paramentengeschäft durch vermehrte Herstellung von Vereinsfahnen zu kompensieren. Die hohen Kosten der Handfertigung wurde durch die Einführung moderner Näh- und Stickmaschinen und eines Stickautomaten gesenkt.
Diese Maßnahmen konnten aber nicht den Niedergang des Geschäftes im Paramentenbereich aufhalten. Das Interesse der Gläubigen an der Kirche sank dramatisch, es gab immer weniger Priester, Ordensschwestern verließen Krankenhäuser und Altenheime, die in den früheren Jahren gute Kunden gewesen waren.
Als die finanzielle Lage der Firma prekär wurde und Frau Luzie Tauwel aus Altersgründen aus der Firma ausschied, wurde beschlossen, die Firma aufzulösen. Die Kirchengemeinde und Wallfahrtsleitung von St. Marien Kevelaer waren jedoch daran interessiert, dass weiterhin eine Paramentenwerkstatt in Kevelaer erhalten blieb. Durch ihre Vermittlung wurde das traditionsreiche Unternehmen von der im benachbarten Nimwegen ansässigen Paramentenfirma Stadelmaier Nijmegen B.V. übernommen und im Jahre 1985 als “Kevelaerer Fahnen und Paramenten GmbH” neugegründet. Seither entwickelt sich die Geschäftstätigkeit in enger wirtschaftlicher, technischer und künstlerischer Kooperation mit diesem bedeutenden Unternehmen von Weltruf.
Diese kurze Unternehmensgeschichte wurde verfasst unter Verwendung einer Zusammenstellung von Klaus Oerschkes, Historischer Verein für Geldern und Umgebung e.V., Skript vom April 2006
Gemeinsam mit der Firma Stadelmaier werden auf Fachmessen internationale Kunden betreut. Kunden aus dem In- und Ausland schätzen die von uns angebotenen hochwertigen Arbeiten.
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